Major Siegfried Kuhr

![]()
![]()
![]()
![]()
Siegfried Kuhr wurde am 15. August 1911 in Leipzig geboren. Er war das Älteste von vier Geschwistern und erhielt seine Schulbildung an der traditionsreichen Thomasschule in Leipzig. Er legte das Abitur ab und studierte dann zwischen 1930 und 1932 an der Universität Leipzig Mathematik, Physik und Leibesübungen.
Am 15. Oktober 1932 trat er als Offiziersbewerber in die Reichswehr ein und wurde am 1. Oktober 1934 bei der Kraftfahr-Abteilung 4 in Magdeburg zum Leutnant befördert.
Zum 15. Oktober 1935 wurde er zur PzAbwAbt. 24 nach Borna bei Leipzig abkommandiert. Hier wurde er am 31. Juli 1937 zum Oberleutnant befördert und zum Kompaniechef der 2. Kompanie ernannt.
In dieser Funktion nahm er mit der 24. Infanteriedivision, zu welcher die Abteilung gehörte, an der Besetzung des Sudetenlandes und der Tschechoslowakei teil.
Im Polenfeldzug erhielt er das EK II.
Noch vor dem Feldzug in Frankreich wurde er zur PzJgAbt. 90 der 10. PD versetzt, wo er die 2. Kompanie übernahm und so mit der Panzergruppe von Kleist nach Calais vorstieß. Er wurde mit dem EK I ausgezeichnet, am 17. Juni 1940 zum Hauptmann befördert und sodann zur Führerreserve des OKH versetzt.
Im Winter 1941/42 nahm er im Rahmen eines Waffenkommandos im Schützenregiment 103 der 14. PD an den schweren Kämpfen im Raum Rostow teil und absolvierte danach einen Generalstabslehrgang, worauf er abermals zur Führerreserve des OKH versetzt wurde.
In der Folgezeit wurde er Abteilungskommandeur in den Panzerregimentern 202 und 26, welche als gepanzerte Teile der in der Aufstellung befindlichen 26. PD vorgesehen waren. Mitte September 1942 wurde die Division dann in Frankreich aufgestellt.
Ab dem 20. April 1943 wurde Siegfried Kuhr Abteilungskommandeur der PzJgAbt. 150, welche zur 50. ID gehörte und sich zu dieser Zeit im Kubanbrückenkopf befand.
Am 1. Oktober 1943 erfolgte seine Beförderung zum Major und am 10. Oktober erhält er das Verwundetenabzeichen in Silber, nachdem er mehrmals verwundet worden war.
Bei den Abwehrkämpfen im Norden der Krim übernahm er ein Kampfgruppe und zeichnete sich mehrmals durch hervorragende Führung aus.
Im Endkampf um Sewastopol wurde er erneut verwundet und am 12. Mai 1944 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Er konnte von der Krim entkommen und entging so der russischen Kriegsgefangenschaft. Die gefallenen Kameraden beförderte er nachträglich um den Angehörigen daheim eine höhere Unterstützung zu sichern.
Bei der Neuaufstellung der 50. ID im Raum Perleberg übernahm Siegfried Kuhr erneut die PzJgAbt. 150. Nachdem die noch in der Aufstellung befindliche Division an die Front geworfen wurde, erhielt er am 24. Juli 1944 im Raum Sokulka/Bialystok eine schwere Verwundung am Kopf, durch welche er das Sprachvermögen verlor.
Mit viel Energie lernte er nach dem Krieg wieder das Sprechen und beteiligte sich beim Aufbau der Traditionsgemeinschaft.
Am 17. Februar 1999 verstarb Siegfried Kuhr im Alter von 87 Jahren in Höxter.Der ehemalige Divisionskommandeur Generalleutnant Sixt schrieb einst in seiner Beurteilung über Major Kuhr: „Passionierter Soldat von ernster Lebensauffassung, tatkräftig, sehr tapfer, kameradschaftlich. Vor dem Feind als DivPzJgFhr. und Führer einer Kampfgruppe ausgezeichnet bewährt. Strenger, aber gerechter, fürsorglicher Vorgesetzter.“
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
Danke Hannes